Das Ziel des Bobath-Konzeptes ist die Bahnung normaler Bewe­gen unter Vermeidung abnormer, pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster.

Frau Berta Bobath entwickelte ihr Behandlungskonzept dem 2. Weltkrieg. Ihr Mann, Dr. Karel Bobath, versuchte ihre Ergebnisse neurophysiologisch zu begründen. Hintergrund jeder geschi­ckten Bewegung ist der normale Haltungsreflexmechanismus.

Voraussetzung ist ein ausgereiftes, vollentwick­eltes Gehirn. Bobath versteht darunter den normalen Haltungstonus allen physiologischen Stellreflexen und Gleichgewichtsreaktionen sowie der automatischen Anpassung des Muskeltonus bei Haltungsän­derung. Des weiteren zählen dazu alle Grade reziproker Innervation, das fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel zwischen Agonist ­, Antagonist und Synergist und die Verbindung zwischen Mobilität und Stabilität. Die Bewegungsmuster, die uns allen gemeinsam sind,wie Aufstehen, Gehen mit all ihren Konfigurationen gehören ebenfalls dazu.

Dem gegenüber findet man beim Erwachsenen mit einer Hirnläsion folgende Faktoren, die diese Haltungsreflexaktivität stören:

1. erhöhter Tonus und Auftreten von assoziierten Reaktionen,

2. pathologische Kokontraktionen, d. h. die fehlende Integration von Agonist, Antagonist und Synergist . Agonist und Antagonist zeigen einen erhöhten Tonus und verhindern so eine Bewegung.

3. Pathologische Haltungs- und Bewegungsmuster.

 

Berta Bobath bezeichnet ihr Konzept als 24-Stunden Management, d. h., alle Personen, die mit dem Halbseitengelähmten zu tun haben, sollten mit ihm in gleicher Art und Weise umgehen. So besteht dieses Konzept nicht aus einer Aneinanderreihung von Übungen, sondern man versucht aufeinander abgestimmte Aktivitäten zu erarbeiten. Entscheidend ist es, sich an den Problemen, die sich den Patienten im Alltag stellen, zu orientieren. Da jeder Patient unter schiedliche Störungen und Probleme aufweist, werden die Behandlungen differieren. Das kann zu Beginn ein Maximum an Unterstützung bedeuten, die im Laufe der Therapie immer mehr abgebaut wird.

Arbeitet man mit Wiedererkennen von bekannten Bewegungsabläufen in allen Variationen und konfrontiert den Patienten nicht mit einer ungewohnten abstrakten Übungssituation, wird er durch Wiederholung lernen. Er wird zu einer vollständigen oder fast vollständigen Unabhängigkeit im Alltag gelangen.

Alle erwachsenen Patienten mit einer Hirnläsion, die lernfähig sind. Dies bedeutet, dass Alter kein Hinderungsgrund für Rehabilitation ist